Interview mit Ingmar Reisige, COO bei Koch International

Ingmar Reisige ist seit zwei Jahren als Geschäftsführer bei Koch International für das operative Geschäft verantwortlich. Im Herbst 2025 hat man sich für den Einsatz von appondrive entschieden, um das Fahrermanagement zu optimieren und zu digitalisieren. Im Kurzinterview gibt Ingmar Reisige Einblick in die bisherigen Erfahrungen.

Seit wann haben Sie appondrive im Einsatz und mit welchen Funktionen sind sie gestartet?

Wir haben die Zusammenarbeit im Herbst vergangenen Jahres beschlossen und sind anschließend schrittweise eingestiegen. Seit Beginn des Jahres 2026 setzen wir die Einsatzplanung im Echtbetrieb ein.

Wie war die Einsatzplanung vorher aufgestellt?

Unsere Fahrereinsatzplanung war zuvor sehr heterogen organisiert. Im Regional- und Fernverkehr wurde separat geplant, teils sogar noch in klassischen Excel-Tabellen. Dadurch fehlte ein einheitlicher Gesamtüberblick. Solange die verantwortlichen Personen verfügbar waren, funktionierte das – aber sobald es bereichsübergreifende Transparenz brauchte, stießen wir an Grenzen.

Hat sich das jetzt schon verbessert?

Ja, deutlich. Ein Beispiel: Fällt in einem Bereich ein Kraftfahrer aus, können wir heute schnell erkennen, in welchem anderen Bereich ein ähnlich qualifizierter Fahrer verfügbar ist. Die Kombination aus Einsatzplanung und Stammdaten schafft ein einheitliches Bild über die gesamte Flotte. Wir wissen jederzeit, welcher Fahrer mit welchen Qualifikationen wann und auf welchem Fahrzeug eingeplant werden kann. Auch Ablaufdaten von Führerscheinen oder Qualifikationen sind nun systematisch hinterlegt.

Fragen wie „Wer darf Sattel- oder Gliederzüge fahren?“ basierten früher stark auf Kopfwissen. Heute sind diese Informationen zentral verfügbar, was unsere Flexibilität in der Disposition deutlich erhöht.

Haben Sie noch ein weiteres Beispiel?

Gerne. Koch International war über viele Jahre geprägt durch lokale Kraftfahrer, die in Wechselschicht oder im Fernverkehr gearbeitet haben. Inzwischen beschäftigen wir zunehmend Fahrer aus dem Ausland, die in Modellen wie 2–1 oder 2–2 arbeiten. Diese Vielfalt macht die Einsatzplanung wesentlich komplexer als früher.
appondrive unterstützt uns dabei hervorragend, weil wir diese unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle sauber hinterlegen und automatisch berücksichtigen lassen können. Gleiches gilt für die Urlaubsplanung: Fahrer stellen ihre Anträge direkt in der App, wir genehmigen dort – und Urlaube werden sofort in der Planung sichtbar.

Wie steht die Belegschaft zu appondrive?

Bei jeder neuen Software ist es wichtig, die Mitarbeitenden mitzunehmen und zu überzeugen. appondrive hat aus meiner Sicht den großen Vorteil, dass es aus der Praxis heraus entwickelt wurde – sehr lösungsorientiert und anwendernah. Das erleichtert die Akzeptanz enorm.

Was hebt appondrive aus Ihrer Sicht sonst noch von anderen Softwarelösungen ab?

Es gibt viele Systeme, etwa TMS- oder Telematiklösungen. Aber kaum eine Software beschäftigt sich so intensiv mit den Bedürfnissen des Kraftfahrers. appondrive begleitet den Fahrer nicht nur im Lkw, sondern auch darüber hinaus. Urlaubsanträge können jederzeit gestellt werden, Kommunikation ist auch in Freiwochen möglich – inklusive Übersetzungsfunktion. Das schafft echte Nähe zum Mitarbeitenden.

Können Sie schon sagen, wie viel Zeit Sie mit appondrive einsparen?

Konkrete Aussagen werden wir im Verlauf des Jahres treffen können. Derzeit befinden wir uns noch in der Implementierungsphase. Parallel führen wir eine neue HR-Software ein und schaffen Schnittstellen zu appondrive, etwa für Spesen oder Abrechnungen. Diese Integrationsarbeit ist aufwendig und benötigt Zeit – aber sie ist eine notwendige Investition.

Ich gehe davon aus, dass wir im zweiten Halbjahr 2026 deutliche Effizienzgewinne sehen werden. Schon heute profitieren wir von mehr Transparenz in der Fahrereinsatzplanung und einem höheren Besetzungsgrad, da wir flexibler auf Ausfälle reagieren können.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Team von FahrerKonzept, das sich um die Software und ihre Weiterentwicklung kümmert?

Die Zusammenarbeit ist sehr unkompliziert und konstruktiv. Wir haben einen guten und direkten Austausch mit den Ansprechpartnern. Ideen und Anforderungen werden offen geprüft – sowohl hinsichtlich individueller Lösungen für Koch International als auch hinsichtlich eines möglichen Mehrwerts für andere Kunden.

Auch bei Individualentwicklungen erleben wir eine faire und transparente Zusammenarbeit. Das ist in der heutigen Softwarelandschaft keine Selbstverständlichkeit.